Mittwoch, 2. Dezember 2015

November

Hoi zäme!

Ich kann es nicht fassen, aber ich bin jetzt schon 4 Monate hier! Die Zeit vergeht immer schneller.. November war hektisch, nicht nur wegen der Schule (ja, die Schule) sondern auch weil ich mein erster Familienwechsel erlebte.
Momentan habe ich seit 1 Woche super coole, heisse SOMMERFERIEN und das genau für 2 Monate! WOHOOOOOOOO

Nun von Anfang an:

Ende Oktober gab es für Halloween eine riesen Party bei einem Schulfreund von mir. All meine Freunde gingen und auch ich wollte gehen. Jedoch war es einer von den Wochenenden, an dem ich mal nichts vorhatte mit meinem Rotary Club oder sonst was und so wollten meine host parents mit mir wegfahren. Ich konnte schlecht "nein" sagen und so durfte ich eine Freundin aus der Schule, norwegische Austauschschülerin, mitnehmen.





Wir fuhren westlich, ca. 5 Stunden, nach Cobbold Gorge - pures Outback. Es war ein tolles, einmaliges Erlebnis, jedoch habe ich mich jenes Wochenende gar nicht gut mit meinen host parents verstanden.. Als wir also dann direkt nach der Schule fuhren, war alles gut. Die Fahrt war wieder mal endlos lange, wir kamen aber um ca. 19 Uhr an und die Temperatur betrug dort noch 39 Grad.
Die Hitze war richtig schlimm, vor allem war es extrem trocken. Wir mussten super viel trinken.
Das ganze "Drama" fing dann an, als wir zum Abendessen Pizza assen und ich dann nur 2 Stücke nahm. Ich erklärte ihr, dass ich bei so einer Hitze nicht viel essen kann. Meine host mum fing dann an dumme Sprüche zu machen und sich über mich und mein Gewicht lustig zu machen. Ich fand das überhaupt nicht lustig und ignorierte sie den ganzen Abend. Leider ging es mit den dummen Bemerkungen etc. am darauffolgenden Tag weiter. Ich wurde immer schlecht gelaunter, sodass ich komplett nicht mehr mit ihr sprach. Sie war frech zu mir und hat mich andauernd von meiner Freundin blossgestellt und blamiert.
Aufjeden Fall war es trotzdem ein schönes Wochenende, irgendwie. Wir nahmen an einer "Cobbold Gorge Tour" teil und lernten viel über die Outback Pflanzen, Natur, Überlebensstrategien und allgemein Aborigines. Am Schluss gab es dann auch noch eine Flussfahrt, wo wir ÜBERRASCHENDER - UND GLÜCKLICHERWEISE Krokodile sahen! Nicht nur 1 sondern 4! Jedoch waren sie fresh water crocodiles, das heisst kleiner. Ganz am Anfang der Tour fragte ich den Guide ob wir welche sehen werden und der meinte die Chance besteht 1 zu 3.
Nach der Tour gingen wir zurück und das Motel bot einen wirklichen schönen Pool an. Dort badeten wir für eine Weile, wegen der starken Hitze.
Cobbold Gorge ist sicher ein Ort, denn man sehen muss, aber eben nur einmal. Ansonsten gibt es dort nichts zu tun.


Unser Tourbus








Am 3. November fand dann das jährliche, berühmte Pferderennen, Melbourne Cup, statt.
"The race that stops a nation", sagen sie immer. Es ist richtig berühmt, hier in Australien, und vor allem schauen und feiern es alle, seit dem Jahr 1861. Melbourne ist eine Grossstadt im Süden Australiens (ca. 3h mit dem Flugzeug von mir entfernt) und findet jährlich dort statt. In Melbourne bekommt jeder ein freier Tag, jedoch war das für den Rest Australiens nicht der Fall (ausser für mich!!). Was ich am Melbourne vor allem liebe, ist das aufstylen mit extravaganten Kleidern und Kopfschmuck! Neben dem Pferderennen, findet also auch immer ein "Fashion on the fields" statt, dort erhält dann immer jemand einen Preis für das beste Outfit.
Meine Mutter meldete mich also von der Schule ab und so gingen wir nach Cairns. Ich durfte eine Kollegin einladen und so fragte ich meine Austauschkollegin Célia von Belgien, ob sie mitkommen möchte. Direkt am Meer, gab es in einem schönen Restaurant ein Melbourne Cup - Fest mit ganz vielen Frauen. Wir assen schön und schauten nebenbei das Pferdenrennen im Fernseh. Ich glaube total gab es ca. 11 Rennen. Das Wichtigste war aber das Rennen um 14 Uhr. Denn das ist sozusagen das offizielle "Melbourne Cup" Rennen. Dieses Jahr gewann zum ersten Mal eine Frau! Es war wirklich ein sehr spezieller und schöner Moment für ganz Australien. Es war non stop in den Nachrichten. Wir alle gönnten es der Gewinnerin wirklich von Herzen!
Am Abend ging es dann direkt weiter; wir fuhren nach Hause und dann wurde ich zu einem Rotary Dinner eingeladen, auch hier war das Thema "Melbourne Cup". Ich behielt dasselbe Outfit, wechselte aber meine Kopfdekoration.

Outfit for the day

Flasche Wein gewonnen

Célia und ich

Outfit for the night


Am folgenden Wochenende nahm ich dann am "Relay for Life" teil. Dies ist eine Spendeorganisation, die für Krebs Geld sammelt. Es ist so aufgestellt, dass man draussen auf einem grossen Feld sich versammelt und dann jede "Gruppe" sein Pavillon aufstellt. Meine Gruppe war natürlich die von der Schule, jedoch waren wir nur ca. 15 Leute. Das Konzept ist es also, dass man um ca. 16 Uhr anfängt Runden (weniger als 1 km) zu laufen und dass ununterbrochen bis um 9 Uhr am nächsten Morgen, also die ganze Nacht durch. Es wurde also einen Plan aufgestellt, der wirklich gut aufging, sodass man zwischendurch schlafen kann. Ich und ein paar Kolleginen blieben aber die ganze Nacht auf, assen und redeten. Das Laufen war wirklich cool und nicht langweilig, wie ich es mir vorgestellt habe. Jedoch erlebten wir um 4 Uhr morgens alle unsere "Phasen" und ich wurde wirklich, wirklich müde! Wir hielten aber durch. Leider zahlte es sich am darauffolgenden Tag und überraschenderweise auch auf die darauffolgende Woche aus. Denn am Sonntag ging ich direkt nach Hause und dann nach Cairns um den Scuba Diving Kurs zu buchen. Und dann musste ich Schulsachen erledigen, sodass ich überhaupt nicht viel Schlaf bekam.
Aber alles in allem war es super! Vor allem am Anfang als es eine Zeremonie gab mit älteren Menschen, die wir "Survivors" nennten und ich ca. 2 min. Gänsehaut hatte.
Am Abend gab es dann eine "Candle Light" Zeremonie. Dort bekamen wir eine Tüte mit der Aufschrift "Hope" und eine Kerze. Jeder durfte auf seine jeweilige Tüte, ein paar schöne Sätze aufschreiben. Ich schrieb ein paar schöne Worte auf Deutsch.. dann war es ca. 10 min. still, schöne Musik wurde gespielt und alle durften an die Opfer von Krebs denken.


Schulteam! (Lily, Rachel, Erin & Bridget)




Dann am nächsten Wochenende war endliccccch das ersehnte Rotary Tinaroo Weekend mit all den Austauschschülern von meinem Distrikt!! Ahhh es war einfach hammer!
Total waren wir 10 Austauschschüler, denn eine konnte leider nicht kommen. 5 kamen ziemlich weit weg und mussten 4 Stunden fahren. Ich hatte Glück, denn das Wochenende fand nicht mal mehr als 15 min. von Atherton entfernt statt. Die ganzen zwei Tage wurden nämlich von meinem Rotary Club und meiner Counselorin organisiert. Nach der Schule musste ich aber noch Segeln gehen bis um 18 Uhr und dann direkt zum Tinaroo Center. Es ist wunderschön! Es liegt direkt am See und wir übernachteten in riesigen Zelten. Als wir uns also alle begrüsst haben, gab es dann Nachtessen und schliesslich gingen wir ein wenig laufen um "native animals" zu sichten. Wir sahen ein paar Wallabies, spezielle Frösche etc. Die Jungs erlaubten sich leider einen "lustigen" Scherz und sprangen aus einem schmalen Pfad im Wald, um uns alle zu erschrecken - was auch geklappt hat. Denn wir haben sozusagen alle nachtaktiven Tiere so weggescheucht.
Am nächsten Morgen mussten wir früh aufstehen, um Sportaktivitäten möglichst früh anzufangen, weil es anonsten viel zu heiss ist.
Auf dem Programm für Samstag stand: Kanu fahren und abseiling. Für Sonntag: Giant swing.
Lake Tinaroo ist riesiiiiiig und für Wassersportarten gemacht! Jedes Wochenende gibt es immer so viele, die entweder Jet Ski fahren, segeln, wakeboarden etc. Die zwei Tage wurden von meinem Segellehrer organisiert, denn er kennt sich am Besten mit den jeweiligen Sportarten aus.
Wir übten also zuerst in dreier Gruppen Kanu fahren und fuhren dann zum anderen Ende vom See.
Es war wirklich anstrengend, aber super lustig! Peter, der Leiter, erzählte uns dass im "Normalfall" niemand kentert. In den letzten 10 Jahren, die er mit Austauschschüler gearbeitet hat, ist auch noch nie jemand gekentert.
Als wir dann zum anderen Ende fuhren, ich hab wirklich keine Ahnung was passierte, aber plötzlich machte ich eine zu schnelle Bewegung nach links und das ganze Kanu kenterte. Es war SOO peinlich und alle gaben mir die Schuld (lustig gemeint zum Glück). Nachher bedankten sie sich bei mir, denn es war wirklich erfrischend. Peter hatte aber nicht so mega Freude, leider.
Wir fuhren also zum anderen Ende des Sees und gingen dort ein paar Stunden abseiling. Dass war auch richtig toll!




Swiss and Brazilian girls

Bild für Paris


Georgia (meine host sister)







Nachher genossen wir eine kleine Pause mit Schwimmen und den Nachmittag verbrachten wir den Nachmittag mit schlafen und wieder schwimmen. Wir sind buchstäblich zurück ins Camp angekommen, breiteten unsere Tücher aus auf dem Boden und schliefen 1-2 Stunden.
Die traurige Nachricht war dann, als wir aufwachten und unsere Leiterinnen gesagt haben es ginge der einen Austauschschülerin, aus Frankreich, nicht gut und sie weint. Es hätte mehrere  Terroranschläge in Paris gegeben und ein ganzes Chaos wäre ausgebrochen. Die Stimmung war wirklich schlimm. Wir verbrachten alle einen super Tag, hatten ein kleines Nickerchen und dann so was.
Vor allem auch weil Gaby und mein guter Freund Anthony, auch französischer Austauschschüler, mir sehr nahe waren und es sicherlich sehr schwierig für sie war, so weit weg von zu Hause zu sein, in einer schweren Situation wie diese dort. Das Netz war ausserdem sehr, sehr schwach und so bekamen wir nicht viele News mit.

Am Abend dann, genossen wir ein schönes Lagerfeuer mit Marshmallows! Wir hörten zu guter Musik, sangen, lachten und verbrachten den letzten Abend noch schön zusammen. Mit den Austauschschülern verbringt man wirklich immer die beste Zeit! Denn sie verstehen einen immer, egal ob es Heimweh ist oder was auch immer. Wir sind alle in derselben Situation. 

Am Sonntag dann, war der "Giant Swing" an der Reihe, der Höhepunkt vom ganzen Wochenende!
Man wurde an einem Seil hochgezogen bis zu 18.5m. Danach musste selber, oben dann, an einem kleineren Seil ziehen. Die ersten Meter sind die schlimmsten, denn man hat das Gefühl man stürzt in den Boden. Das Seil fängt dich aber auf und schwingt man über den See. Ein hammer Gefühl!
Ich, drama queen, hab aber zuerst gejammert und wollte nicht bis ganz oben. Die anderen haben mich aber überredet und dann bin ich sogar 2x gegangen!!

Der Abschied dann am Mittag, war wirklich traurig - wie immer. Trotz den Terroranschlägen, verbrachten wir alle zusammen ein tolles Wochenende!

Vor zwei Wochen war dann Formal und die After Vall Party für die Seniors. Weil hier in Australien das Schuljahr im Ende Januar beginnt und Ende November endet, ist Formal, also Graduation, immer im November. Ich und zwei Freundinnen von mir, durften mit organisieren für den grossen Abend von den Seniors. Wir bereiteten den ganzen Abend Drinks vor und waren sozusagen "Kellner".
Alle sahen richtig super aus und vor allem war es so unterschiedlich zu der Schweiz. Hier nämlich, wird ein ganzer Abend organisiert und die Eltern sind mit eingeladen. Der ganze Abend fängt also an, dass jeder in seinem gewünschten Fahrzeug kommt, egal ob Fahrrad, Limousine, Helikopter etc. Danach lauft man mit seinem jeweiligen Partner den roten Teppich entlang und schliesslich geniesst man in der grossen Halle ein Nachtessen mit allen. Es wurde viel getanzt und die Stimmung war richtig schön. Später gab es dann eine Party "After Vall" für alle Seniors! Ich wurde dort eingeladen und sie war richtig gut!! Am nächsten Tag hatte ich jedoch Schule und auch eine mündlich Englischprüfung. Die hab ich überraschenderweise gut bestanden.

Anonsten habe ich vor einer Woche den ersten Familienwechsel erleben dürfen. Familienwechsel ist Teil des Programms von Rotary und deshalb auch Teil der Erfahrung. Ich persönlich finde es gut, da es einem einen Einblick in eine andere Familie verschafft. Aber auch denke ich, dass 4 Monate mit einer Familie genügen um sie richtig kennenzulernen und eine gute "Freundschaft" aufzubauen.
Der Abschied von meiner ersten Gastfamilie war zum Glück nicht ganz schwer, denn ich werde sie trotdzdem viel sehen hier in Atherton und haben jetzt schon 1x telefoniert. Trotzdem sind sie wirklich wichtig für mich, weil sie viel für mich getan und sehr gut auf mich aufgepasst haben.
Mit der neuen Familie verstehe ich mich sehr gut! Mein host dad Tony, meine host mum Mandy und meine zwei host sisters Jessica (19) und Georgia (17). Sie sind super easy - going und sehr lustig. Jessica hat gerade Ferien von ihrer Uni in Townsville (4h von hier entfernt) und verbringt die Ferien an der Gold Coast, Weihnachten etc mit uns bis Anfang Februar. Wie schon öfters erwähnt geht Georgia im Januar in den Austausch, auch mit Rotary, in die Schweiz. Diese Woche haben wir erfahren, dass sie in Zofingen leben wird. Es ist wirklich aufregend ihr Deutsch beizubringen! Aber auch kommen all die Erinnerungen zurück als ich noch vor ein paar Monaten zu Hause war und keine Ahnung hatte was mich erwartet.
Ich frage mich manchmal ob ich mich verändert habe. Sicher bin ich mir, dass ich noch viel offener geworden bin. Ich gehe auf die Leute zu und bin bereit für jede Gelegenheit oder Abenteuer. Ich liebe es neue Menschen kennenzulernen und bin extrem in andere Kulturen interessiert!!

Ansonsten segle ich immer noch jeden Freitag. Jetzt aber in den Sommerferien findet leider keinen Kurs statt. Gestern habe ich mich aber wieder angemeldet für "team sailing" nach den Ferien und freue mich schon riesig darauf!! Da meine host parents recht sportlich sind, gehe ich jeden 2. Tag mit meinem host dad oder meiner host mum einen Berg "mount baldy" rauf. Es ist sehr steil und dauert ca. 45 min.

Heute Abend gehe ich mit meiner host sister Jessica und einer Schulfreundin Jessica nach Cairns zu Célia. Denn morgen findet der Scuba Diving Kurs statt bis am Montag. 2 Tage im Pool und dann 3 Tage auf dem Boot am Great Barrier Reef - was gibt es schöneres? Ich freue mich soooooooooooo unglaublich fest und kann das nur meinen tollen Eltern verdanken. Meine anderen zwei Austauschschülerkollegen Maude und Anthony kommen auch, also bin ich mir sicher es wird unvergesslich.
Mein nächster Blog wird sich also rund um das Scuba Diving drehen.

Bis bald!

Rachel


Mittwoch, 4. November 2015

Hochzeit, Ferien & Rotary Orientation Weekend D9550

Hoooi zäme!

Ich habe ganz unten (auf dieser Webseite) schnell erklärt, wofür Rotary und dessen Jugendaustausch stehen, weil mich viele danach gefragt haben. Ausserdem könnt ihr ganz rechts (->) eure Mailadresse eingeben und so bekommt ihr immer eine Benachrichtigung, wenn ich wieder einen neuen Blog veröffentlicht habe.

Die Ferien sind jetzt schon 5 Wochen her, jedoch hatte ich 2 -mega interessante- touristische Wochen und erlebte einiges. Nun besuche ich die Schule für 3 Wochen und dann ist endlich SUMMER BREAK !!!

Vor ca. 10 Wochen durfte ich an einer australischen Hochzeit teilnehmen!!
Viele Freunde (hier und in der Schweiz) fragten mich, zu welcher Hochzeit ich eingeladen bin?! Wen kenne ich hier schon so gut? Meine host parents besitzen langjährige Freunde (Kelsey & Clinton) und die heirateten in Cairns (ca. 1h von Atherton entfernt). Es war wundeeeerschöön! Und ich bin sehr, sehr dankbar, dass sie mich eingeladen haben und ich dieses einmalige Erlebnis zu meinem Austauschjahr zählen darf. Kelsey`s Hochzeitskleid war atemberaubend!! Sie war eine super schöne Braut. Alles war sehr gut organisiert und die Hochzeits location (Rydges Hotel) war perfekt ausgewählt. Wir tanzten sehr viel und assen den sehr feinen Hochzeitskuchen (von meiner host mum gebacken) und dazu Cupcakes. 1 Tag vor der Hochzeit sah ich zum ersten Mal meine host sister, weil sie in Brisbane studiert. Das war ehrlich gesagt ein sehr komisches Erlebnis - exchange student - Begegnung.
Für mich ist es super selbstverständlich und normal, dass man seine host sister umarmt oder aus ihrere Sicht, die Austauschschülerin. Doch hier down under haben sie es nicht so mit "Körperkontakt". Als ich also ins Wohnzimmer eintrat und die Arme schon weit ausgebreitet habe mit einem netten Grinsen und "helllooooo host sister" schrie, schaute sie mich geschockt/verwundert an. Sofort nahm ich meine Arme wieder runter und war enttäuscht. So hab ich mir die Begegnung mit meiner Gast-Schwester nicht wirklich vorgestellt.
Auf jeden Fall sind wir einfach zwei totaaal verschiedene Typen. Wir reden nur wo es nötig ist, weil sie mich ansonsten ignoriert. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass sie nicht hier in Atherton wohnt. Bis jetzt kam sie nur 2x nach Hause und es war jedes Mal nicht wirklich toll für mich. Ich wechsle bald zu meiner zweiten host family Ende November und bis dann sehe ich sie hoffentlich nicht mehr.

In meinen Ferien war ich mega beschäftigt!
Nach der Cardiac Challenge wurde ich leider ein paar Tage krank und lag mit Fieber im Bett. Als ich wieder gesund war lud ich Célia (belgische Austauschschülerin von Cairns) ein und wir unternahmen ein paar Ausflüge zusammen. Sie ist wirklich eine enge und gute Freundin von mir geworden und wir verstehen uns sehr gut. Ich kann das eigentlich über alle Austauschschüler sagen, wir gehen durch das gleiche durch und wenn uns Heimweh Sorgen bereiten, sind sie die einzigen, die uns verstehen. Ausserdem sind alle super nett und wir haben es sehr lustig zusammen. 
Mit einer Schulkollegin, die auch meine Nachbarin ist, besuchte ich in der 1. Woche "Chillagoe Caves". Das sind unterirdische Höhlen und es war mega interessant! An einem anderen Tag besuchte ich einen Nationalpark in der Nähe und wir fütterten Wallabies (kleine Kängurus)! Das war eines von den Highlights. Sie kamen ganz nah und waren überhaupt nicht schüchtern. Ich liebeee Wallabies! Aber Achtung, Wallabies nicht mit Kängurus verwechseln.
Ausserdem hab ich ganz viel "Sightseeing" in meiner eigenen Stadt und Umgebung gemacht. Meine host mum ist wirklich unglaublich. Sie fährt mich überall hin und unternimmt mit mir so viel wie möglich.
In Atherton ging ich also alle "berühmten" Wasserfälle und Seen besichtigen. In der 2. Ferienwoche fuhren wir zum Cape Tribulation für 2 Tage und übernachteten in einem Hotel im Regenwald.
Die andere belgische Austauschschülerin Maude kam mit und es war supeeer! Das lustige war, ich dachte Cape Tribulation ist eine Art Stadt mit einer kleinen Hauptstrasse etc. Es stellte sich jedoch heraus, dass alles Regenwald dort oben ist.

Fahrt von Atherton nach Cape Tribulation (die Autofahrt war kurz für Australier)
Auch war es wieder ein super schönes Erlebnis! Ich hab nie zuvor so etwas in meinem Leben gesehen.
Der Beach war jedoch sensationell und man musste zu dieser Season keine Angst vor Quallen haben, was aber bald zum Problem wird.
Wir liefen also viel durch Regenwälder, wie der berühmte "Daintree Rainforest" und sahen viele schöne Tiere und natürlich Natur pur. Meine host mum erklärte uns einige Fakten über gewisse Pflanzen und vor was wir uns achten müssen, wenn wir sie berühren. Gefährliche Tiere sah ich "leider" nicht.
Wir schauten viel aus für Krokodile und besuchten auch viele Flüsse aber hatten leider kein Glück. Vielleicht auch gut so.
In diesen Ferien bin ich sehr, sehr, sehr viel und sehr lange Distanzen gefahren und gelaufen! Ich bin mir das in der Schweiz überhaupt nicht gewöhnt. Hier fährt man 1h zum Arzt oder Coiffeur und es ist völlig normal und "kurz".

Am Freitag bis Samstag vor Schulbeginn, war dann das ersehnte Rotary Orientation Weekend in Townsville. Alle Austauschschüler von meinem Distrikt 9550 trafen sich dort das erste Mal.


Fahrt von Atherton nach Townsville (immer noch kurze Autofahrt für Australier)
Mein Rotary Distrikt in Australien (rot)


Wir versammelten uns alle am Freitag Mittag. Wir stellten uns alle vor und hatten es von Anfang an alle super gut zusammen. Dieses Treffen wird hauptsächlich für die Inbounds organisiert (Inbounds=Austauschschüler, die nach Australien in Austausch kommen) und Outbounds (Austauschschüler, die von Australien in ein jeweiliges Land gehen werden). Ich traf also alle Inbound und Outbounds von meinem Distrikt. Die Austauschschülerin, die für mich in die Schweiz geht (meine host sister = Tochter von meiner 2. host family) konnte leider nicht kommen, was echt schade war! Denn ab und zu gab es work shops mit den Inbound und Outbound Schüler aus demselben Land (also z.B. diejenigen, die aus der Schweiz kommen und diejenigen die in die Schweiz reisen werden). Das war dafür da, dass man sich gegenseitig einfache Sätze beibringen konnte oder sich gegenseitig Fragen stellen konnte. Auch etwas Geografie gehört dazu.
Dann sprachen wir über unsere Safari Tour mit der anschliessenden Rotary Conference, die wir nächstes Jahr mit einer Cruise (Kreuzfahrt) vom Sydney Harbour (Hafen) feiern werden! Das wird das absolute Highlight werden und wir freuen uns riesig!! In der Hauptsache bestanden die 2 Tage um ganz viele Infos und Regeln zu lernen und zu beachten. In diesen 2 Tagen lernten wir uns alle sehr gut kennen und tauschten unsere bisherigen Erfahrungen, Visitenkarten und Pins aus. Im November wird es ein Tinaroo Weekend geben, Lake Tinaroo ist ein See 10 min von meinem Haus entfernt und dort werden wir alle campen, segeln, Kanu fahren, schwimmen und ein paar andere Wassersportarten zusammen unternehmen.

Ansonsten gehe ich normal in der Schule. Ich muss aber schon sagen, dass mich hier ein paar Schüler immer wieder schockieren! Wie respektlos und arrogant sie zu Lehrer sind! Und diese wehren sich überhaupt nicht. Ich behaupte nicht, dass ich eine perfekte Schülerin bin. Auch hier quassle ich viel während den Stunden. Aber ein paar Schüler sind einfach stinkfrech und besitzen keine Manieren.
Ich muss auch zugeben, dass ich das Schulsystem in der Schweiz sehr vermisse. Den in meiner High School sind alle Schüler "gemischt" (Bildungsstand nicht Hautfarbe...:-) und gehen ca. 12 Jahre immer alle zusammen in die Schule und werden nie aufgeteilt (Sek, Bez, Kanti etc.).

Am 15. September wechselte Australien den Premierminister von Tony Abbot zu Malcolm Turnbull, was auch hier weit weg von Canberra (Hauptstadt) für Aufregung sorgte. Zum Glück habe ich es nicht so mit Politik...

Vor vier Wochen fand dann DAS grosse Spiel statt! Wie schon mal erwähnt, sind ziemlich alle Australier mit ihrem Rugby League, Rugby Union, AFL etc. besessen! Vor vier Wochen war also das Rugby League Final und es war das erste Mal, dass zwei Queenslander (mein Bundesstaat) Teams gegeneinander im letzten Game spielen mussten. Die Spannung war also überall zu spüren.
Die Cowboys (unser Team aus Cairns) traten gegen die Broncos (Brisbane) an. Die brutalsten 80 min meines Lebens! Das Spiel wurde in Sydney (keiner weiss wieso) ausgetragen und es war soooo voll und alles war ausgebucht. Viele Bekannte und Freunde, die meine host parents kennen, flogen via Neuseeland nach Sydney oder via Bali (Indonesien), weil es die günstigste Variante war. Ein paar fuhren aber auch von hier mit dem Auto nach Sydney, was ca. 3 Tage dauert. Wie gesagt - crazy!
Wir wurden also zu Freunden eingeladen und dort gab es vieeeeel Bier, viele Trikots, Essen usw.
Mit ca. 20 anderen crazy Aussies schaute ich mir das Spiel an und ich muss sagen ich liebe jetzt Rugby! Es ist sehr brutal aber wirklich eine coole Sportart für Männer (natürlich nur zum anschauen). Auf jeden Fall gewannen wir nur GANZ GANZ (in den letzten 2 sek.) knapp! Es waren aber alle sooooo froh und wir feierten sehr schön und lange in die Nacht.

Am 11. Oktober fand dann in meiner Stadt ein Clean - up Day statt, von meinem Rotaryclub organisiert. Um 8.30 morgens machten wir uns auf den Weg, um Parks zu säubern und sammelten diversen Müll ein und fanden überraschenderweise auch ein altes "Obdachlosenhaus", was aus einem Schlafsack und Holz bestand.

Vor drei Wochen stand das "Tastes of the Tablelands" vor der Tür. Dies ist eine Art "Food Festival", auch von meinem Rotaryclub, organisiert. Es bietet viele Essensstände, Musik + Unterhaltung an.
Die drei Rotary Austauschschüler, die in Cairns leben, Célia, Maude und Anthony kamen also am Samstag zu mir nach Atherton und blieben über das Wochenende bei mir. Ich zeigte ihnen mein kleines "Städtchen" und auch meine Schule.
Das Festival fand am Sonntag statt und wir arbeiteten den ganzen Tag, halfen beim Eingang mit den Tickets, führten Umfragen mit Besuchern durch usw. Alles in allem war es ein schönes Wochenende.

Jetzt fängt der Sommer an und es wird langsam aber sicher von Tag zu Tag ziemlich heiss. Es ist schon jeden Tag 30 Grad und in der Schule ist es trotz Klimaanlage und Fans richtig übel. 

Ganz Liebe Grüsse aus dem heissen aber wunderschönen Australien!

See ya

Rachel
Hochzeitstorte mit Cupcakes


Gästeliste

Hochzeitslocation, Cairns


Bräutigam Clinton und Braut Kelsey

Wallabies












Lake Eacham (speziell, weil es umgeben von Regendwald ist)




Falls






Milla Milla Falls
Mit Jordan -> Chillagoe Caves

Malanda Falls





Treekangoroo (selten!)



Chillagoe

Caves







Anthony (France), Célia (Belgium) and Lars (Germany)
Célia (Belgium), Anthony (France), Leticia (Brazil), Maude (Belgium)

Lars (Germany), Anthony (France), Aleksi (Finnland), Jakob (Denmark), Leticia (Brazil), Célia (Belgium) and Maude (Belgium)






Cape Tribulation







Rugby Game (before)

and after