Freitag, 9. Oktober 2015

Cardiac Challenge 2015 🚵🏽



(Vorwarnung: Dieser Blog ist extrem lang, also nehmt euch Zeit - ich will alles detailliert beschreiben, weil es so ein tolles Erlebnis für mich war!)
Um es schnell auf den Punkt zu bringen: vor zwei Wochen (Beginn der Frühlingsferien) waren bisher die besten Tageeeee!! Es war die grösste Herausforderung (Challenge) meines Lebens und die härtesten drei Tage. Es ist nicht einfach, wenn man sich an das Klima überhaupt nicht gewöhnt ist, jeden Tag von 7:30 morgens bis ca. 16:30 nachmittags zu fahren bei 32 Grad. Alle 20 km gab es einen Stop, das heisst man fuhr ca. 1 Std. (variiert in welcher Gruppe man eingeteilt ist)  und genoss dann 10 Min. Pause um Früchte und Energy Riegel zu essen und ganz wichtig viel Wasser zu trinken! Ich hab in diesen drei Tagen noch nie so viel getrunken, wie in meinem ganzen Leben!!
Ich muss aber auch zugeben, dass ich schon lange nicht mehr so viele nette, herzliche und hilfsbereite Menschen getroffen und kennengelernt habe. Ich durfte den "lustigen", australischen Humor kennenlernen, welcher ich jetzt durchschaut habe und hab gemerkt, dass einfach JEDER Australier hilft oder einen zum Lachen bringt sooft wie er nur kann.
Nach der Challenge lag ich leider mit Fieber krank im Bett. Ich denke mein Körper erlitt einfach eine Überanstrengung während des Challenge und das Fieber war das Resultat.

Also dann mal ganz von vorneeeeeeeee:
Am Samstag Morgen holten mich mein host dad und der Sohn aus meiner 3. Gastfamilie ab und wir fuhren zum Treffpunkt, wo sich alle trafen. Insgesamt nahmen ca. 280 Leute teil.
Es gab 11 sogenannte "Packs". Pack 1 war die schnellste Gruppe, welche ca. 35 km/h fuhren und sehr gut trainiert waren. Pack 11 war die langsamste Gruppe aber meiner Meinung nach, die coolste Gruppe, denn wir hatten am meisten Spass. Sie erinnerten uns immer wieder, dass es kein Rennen sondern ein Charity Event ist. Und dann gab es noch einen spezieller Pack: Gen Z, welches für Generation Z steht. Dort waren alles Teenager. Maude (Belgien), Célia (Belgien), Anthony (Frankreich) und ich starteten in diesem Pack (ein grosser Fehler).
Wir strichen uns alle mit einer dicken Schicht Sonnencreme ein, tranken Powerades und assen viel Riegel, bevor wir uns auf den Weg machten. Währendessen interviewten uns zwei lokale Zeitungen und nahmen Fotos auf mit unseren Flaggen. Daaaaas war super coool!! Zuerst verstanden sie nämlich immer dass wir EXTRA aus der Schweiz oder Belgien angereist sind für die Cardiac Challenge und wir mussten ihnen dann erklärten, dass wir Austauschschüler (mit 0 Training) sind.
Um 10 Uhr startete die erste Gruppe und die nächste ca. 10 min später. Jeder Pack hat übrigens zwei Pack leaders, welche für dich sorgen und wenn man ein Problem haben sollte, sollte man sich an diese zwei wenden. Wir stellten uns also alle vor und sie erklärten uns, dass wir während diesen drei Tagen eine Familie sein werden und uns unterstützen und helfen!
Um ehrlich zu sein, ich wusste, dass es schwer sein wird. Ich wusste es. Aber nie, nie, nie, nie in meinen kühnsten Träumen hätte ich erwartet SO schwer. Es sieht ziemlich einfach aus, wenn man Radfahrer auf der Strasse sieht, aber dabei zu bedenken ist: bei einem schrecklich, starken Gegenwind und bei Temperaturen von +30° und fast 100% Luftfeuchtigkeit (Tropen) und immer beim Tempo mithalten muss, macht es sehr anstrengend.
Als dann die Packs der Reihe nach anfingen zu starten, war es einfach UNGLAUBLICH! So viele Polizisten überwachten die Strasse und gewährten uns Sicherheit. Jeder Pack besass ein "Front Vehicle" und "Back Vehicle". Das Front Vehicle musste die Gruppe warnen (mit 2x hupen) ob grosse Lastwagen auf uns zukamen und wir so näher beisammen fahren mussten. Die Pack leaders waren durch ein head phone mit dem Front/Back Vehicle und mit den Polizisten verbunden. Diese fuhren auf Motorräder und waren durch die head phones mit der Gruppe verbunden. Für den Fall, wenn irgendetwas passiert oder die Gruppe anhalten muss. Der Back Vehicle war dafür zuständig, die Gruppe zu warnen, falls Autos von hinten kamen. Beide Fahrzeuge nahmen ausserdem Radfahrer auf, falls man zu müde war.

Die Polizei fuhr alle 15 Min. an uns vorbei mit vielen Autos im Konvoi, die sich hinter uns aufstauten.
Noch schnell nebenbei (bevor das erste "Missgeschick" passierte), ein Lehrer aus meiner Schule gab mir sein Velo für die Challenge. Jedoch war es ein Mountainbike mit dicken Reifen.
Der Organisator versprach mir aber Strassenräder mitzunehmen und mir diese dann zu wechseln, sodass es einfacher für mich sein wird. Am Morgen bevor wir losfuhren, wechselten sie die Räder für mich und warnten mich, dass die Reifen ein wenig weich sind und ich Glas und Steine auf der Strasse vermeiden soll.
Wir starteten also und nach 10 min war ich schon fix und fertig. Mein Pack war einfach schrecklich! Wir vier Austauschschüler waren nach 5 min die letzten und hatten sehr Mühe aufzuholen. Die anderen waren einfach zuuuuuu schnell! Das erschreckende dabei war, dass sie fröhlich Lieder sangen und miteinander redeten und wir hinten nach Luft ringen mussen und jeder Atemzug schwer war.
Ich kann euch sagen, nicht mal 15 Min. sind vergangen und ich hatten schon einen platten Reifen.
Jedoch merkte ich es nicht sofort. Ich wurde einfach langsamer und musste noch mehr trampeln und wurde noch langsamer. Schnell sah ich dann, dass der Reifen aus dem Rahmen rauskam und ich hatte keine Ahnung was ich machen soll. Also schrie ich: "HELP HELP" oder "I HAVE A FLAT TYRE (Reifen)!", doch das nütze leider gar nichts. Also fuhr ich links auf den Rand und stieg von meinem Bike ab. Der Back Vehicle- Fahrer wusste Bescheid, dass etwas nicht stimmte und wir mussten sofort das Bike hinten aufladen und einsteigen und die anderen verständigen. Ich fluchte innerlich und es war mir ehrlich gesagt auch sehr peinlich, denn es waren wirklich nicht mehr als 15 Min. vergangen und vorher spasste ich mit den anderen rum, dass es voll lustig wäre, wenn ich nicht die ganze Strecke fahren müsste und gleich am Anfang schon etwas passieren würde. Vor allem aber auch regte es mich extrem auf, weil so "Missgeschicke" immer MIR passieren.
Auf jeden Fall konnten wir das Problem dann beim ersten Trinkstopp reparieren und ich fuhr weiter. Es war extrem schwer mitzuhalten und ich fragte mich nach einer Weile, wiesooooo ich das überhaupt mache und bereute es sehr schnell. Es kam mir einfach alles unendlich lange vor. Mit der Zeit fingen die Schnellen und die Pack leaders an, uns zu stossen (eine Hand auf unseren Rücken) und somit wurde es einfacher für uns. Trotzdem bekam ich ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht wollte, dass sie das die ganze Zeit machen müssen. Aber irgendwie ging es nicht anders, weil wir sonst 1 km hinten bleiben würden.
Es wurde aber mit der Zeit sichtlich einfacher und nette Jungs kamen von vorne und begannen zu stossen. Ich redete mit allen und erzählte ihnen von wo ich herkomme, sagte ihnen wie sehr ich das bereue, fragte sie wann wir essen und so ging die Zeit schneller um. Ich merkte jedoch erst Tage später, wie schnell Pack Gen Z wirklich war.
Wir kamen schliesslich auf den Platz fürs Mittagessen, wo viele Volunteers auf uns warteten. Es gab eine Catering - Team, die uns drei Tage lang immer mit Essen versorgten. Das Essen war nicht der HAMMER (wie alle hatten die gleiche Meinung), aber das Mittagessen war Spitze!
Bevor wir wieder losfuhren, Wasserflasche auffüllen, Früchte und Müslibars genossen, mit Sonnencreme eincremen und los ging's! Der Nachmittag war nicht viel besser. Sie mussten immer wieder ihre Hand auf unseren Rücken legen, damit wir als Pack irgendwie zusammenbleiben konnten. Denn sie teilten sich immer in zwei Gruppen auf. Um 14 Uhr, nach elend langen Stunden, verschwitzten Jerseys (Trikots), kaum Atem und roten Kopf, kamen wir am ersten Campingplatz an. ICH WAR ÜBERGLÜCKLICH! Endlich ab dem Bike zu steigen und zu stretchen tat sehr gut. Die Arbeit war aber noch nicht zu Ende. Wir alle mussten unseren Truck finden, welcher unsere Sachen geladen hatte wie: Zelt, Stuhl, Rucksack, Schlafsack etc.
Und da jeder Pack verschieden schnell war, mussten wir ein wenig warten. Wir waren mit der sehr schnellen Gruppe angekommen, darum sind wir früh am Campingplatz angekommen. Die langsamen kamen ca. um 16.00 Uhr an. 

Als wir dann unser Zelt aufgestellt und alle geduscht hatten, bekamen wir einen Bärenhunger. Das Essen war wirklich nicht sehr gut, aber trotzdem brauchte ich Energie für den nächsten Tag.
Nach dem Abendessen gingen wir zu Peter, Rotarier und für mich, Célia, Maude und Anthony zuständig. Wir erklärten ihm die unmögliche Situation mit der Gruppe. Ich konnte und wollte mir einfach nicht vorstellen, im Pack Gen Z zu bleiben, egal wie nett alle waren.
Er sagte uns, dass es überhaupt kein Problem wäre und wir dass ihm überlassen sollen. 
Wir waren um 20.45 Uhr im Bett und ich fühlten uns todmüde. Ich war mit Maude und Célia in einem Zelt und wir konnten alle kaum ein Auge aufhalten sondern fielen sofort in Tiefschlaf. Der Wecker war wieder für 6 Uhr gestellt. 
Vorher sassen wir alle noch zusammen mit Anthonys Counsellor Richard (einer von den lustigsten Australier, die ich kenne), meinem dritten host dad/brother John und Ruben.
Es war wirklich lustig, Richard lässt den grössten Mist raus und ich (naiv wie ich bin) glaube ihm auch alles. Er hat uns "Gute-Nacht Geschichten" von den "Drop Bears" erzählt.
Geht das bitte googlen! Kurz: Koalas sind ja sehr liebe und friedliche Tiere. Australier erzählen Touristen etc dass Drop Bears "aggressive" Koalas mit roten Augen etc sind.. 
Auf jeden Fall sind die Australier besessen mit ihrem Sport. Rugby, Rugby League, Soccer und ganz speziell Australian rules. Letzteres wird nur in Australien gespielt und ist extrem hart.
Und ich meine es Ernst mit besessen! Jeder Haushalt hat den TV an mit irgendwelchem Sport. An diesem Abend spielte "Townsville", das ist nach Cairns südwärts die nächst grössere Stadt hier in der Nähe und sie heissen im Rugby "Cowboys". Die "Cowboys" spielten gegen die "Sharks" (Club aus New South Wales) und es war DAS grosse Spiel. Obwohl wir am nächsten Morgen früh aufstehen musst, sassen ALLE Männer im einzigen Pub (wir zelteten im Nirgendwo) und mussten das Spiel mit Bier sehen. Wir schliefen alle aber das Hupen von Autos, Trucks weckte uns schnell auf - die Cowboys gewannen (zum Glück, sonst gebe es ganz schlechte Stimmung den nächsten Tag).

Am nächsten Morgen, Day 2, standen wir mit Schmerzen in den Beinen und im Po und Augenringen auf. Aber bei mir war es nicht nur das, sondern mein Rücken tat auch weh vom harten Boden, da ich keine Matte dabei hatte. Ich konnte jedoch nichts machen und musste weiterfahren. Der Stress fing schon wenig später an. Nach dem Morgenessen, zogen wir uns an, packten das Zelt zusammen und machten uns (langsam) fertig. Wir wussten nicht in welcher Gruppe wir sein würden, da Peter sich nicht gemeldet hat. Schliesslich kam dann ein anderer Rotarier und fragte uns wann wir losfahren, denn heute würden sie mit Pack 11 anfangen, weil das mehr Sinn macht. Wir suchten also schnell Peter, weil immer mehr Packs den Camping Platz verliessen und bekamen ein wenig Schiss im gleichen Pack zu stecken wie am Tag zuvor. Peter dachte es wäre geklärt und wir wären schon los gfahreen und wir endeten schliesslich rennend zu unseren Bikes zurück, keine Zeit für irgendetwas mehr, und zur nächsten Gruppe die los fuhr. Wir hatten Glück und es war Pack 9, die sich vorbereitete.
Es ging alles ganz schnell, wir stellten uns der Gruppe vor und fuhren auch schon los. Tag 2 war am anstrengendsten und alle wussten das und warnten uns. Der Morgen war relativ gut.
Das Tempo war perfekt und die Strasse gerade, das heisst keine Hügel.
Wir fingen an zu rotieren. Es gibt zwei Kolonnen und wenn man vorne ist, ist es schwerer, weil man den ganzen Gegenwind auf sich hat und dann die ganze Gruppe mitzieht. In der Mitte oder Hinten ist es am einfachsten, da man 30% der Energie spart und im Windschatten des Vordermanns fährt.
Jedoch brauch es gaaaanz viel Konzentration und man muss ganz nah zusammen fahren.
Ich fuhr also nur wenige cm hinter dem Reifen vorne und schaute nur auf den Reifen die ganze Zeit. Denn falls er bremste musste ich sofort ausweichen, um einen Unfall zu vermeiden.
Leider passierte aber ein Unfall. Wir rotierten eine Weile, als plötzlich ein Schrei von hinten kam. Eine etwas ältere Dame streifte ihren Reifen mit dem Reifen vom Vordermann und fiel auf ihren Ellbogen. Wir mussten stoppen und die Ambulanz kam. Es war nicht allzu Ernst, denn sie wollte unbedingt weiterfahren. Wir fuhren bis zum letzten Trinkstopp vor der Passstrasse.
Dann kam die Desailly Range. Eine ewig lange, steile Passstrasse. Das war der steilste Teil der Reise. Als ich anfing dort rauf zu trampeln wusste ich, es wird nicht lange anhalten. Es war richtig heiss!! Mittagszeit und schlimm. Ich stieg ab und zu von meinem Bike ab, um die Aussicht zu betrachten - so faszinierend - Outback pur! Ich konnte den ganzen Weg vom Morgen bis zum jeweiligen Standpunkt überschauen. Ein unbeschreibliches Gefühl - Australian bush - Outback für Europäer!
Viele Fahrer überholten mich und motivierten mich, dass ich nicht aufgeben soll! Ein paar Polizeiwagen fuhren an mir vorbei und fragten mich mehrmals, ob ich in den Bus einsteigen will, doch ich wollte nicht! Ich wollte die Passstrasse hinauf fahren/laufen, egal wie lange es dauern wird. Ein paar Kollegen fingen mich dann auch hier wieder an zu stossen, was sehr nett war.
Was ich nie vergessen werde war, als Peter, der Rotarier, neben mich fuhr und mich stiess und ich ihm dankte und er antworte: "Rotary is here to help". Nie werde ich diesen Moment vergessen und ich denke es ist so, so wichtig, dass man sich gegenseitig im Leben hilft und füreinander da ist. 
Nach der Passtrasse ging es dann sozuagen alles bergab und wir fuhren bis um 16:00  zum nächsten Tagesziel.
Als wir am Camping Ground ankamen, applaudierten und freuten sich alle. Denn es war der schwierigste Tag von allen. Das Beste war aber, als ich mir eine Massage gönnen liess und das Zelt schon aufgestellt war! Ich freute mich wie ein kleines Kind.

Day 3 war nichts im Vergleich zu 1 oder 2. Es war regelmässig flach und weniger als 100 km lang.
Der schwierigste Teil hier war der Hügel vor Cooktown unserem Ziel. 
Es war aber eine super Fahrt! Wir alle sangen, hörten coole Musik und waren glücklich, dass uns bald viel Essen erwartete. Ausserdem hab ich ein wildes Känguru gesehen, nicht mal 10 m entfernt, es war super!
Was mich aber beunruhigte war der letzte Hügel! Sie "warnten" uns vor und ich wollte es einfach hinter mir haben. Ich merkte ca. 2 km davor, dass meine Kräfte weg waren. Ich war müde, mir tat alles weh und ich wollte nur noch aufhören. Alle versuchten mich aufzumuntern aber ich konnte wirklich nicht mehr. Als ich dann auch die Strasse sah, die wir hinauf fahren muss - war die Energie komplett weg. Und meine Wasserflasche war leer!
Zum Glüüüüüück kamen aber Männer von Pack 1, die uns im Pack 11 stossten und unterstützten! Sie schickten einen zu mir und er rettete mir das Leben. Wirklich! Er sagte mir immer wieder, dass ich es bald geschafft habe und es nicht mehr weit weg ist. Ausserdem konnte ich aus seiner Wasserflasche trinken. Auch hier boten sie mir an in den Bus einzusteigen, doch auf keinen Fall hätte ich aufgegeben!
Schlussendlich dankte ich dem netten Australier und wir alle waren in Cooktown angekommen!
Ich kann euch eins sagen, ich erlebte schon lange nicht mehr so eine positive Energie von überall. Alle waren happy, schossen Fotos etc.
Wir fuhren alle zusammen durch die Stadt und links und rechts waren alle Bürger da und nahmen Fotos von uns. Ich fühlte mich wie ein Star!! Gleichzeitig trug ich stolz die Schweizer Fahne mit mir.
Am Abend gab es dein eine grosse Party und das Abendessen war suuuuuuuper!
Was ich sehr von der Challenge vermisse, ist die soziale Seite. Ich sprach mit so vielen verschiedenen, netten Menschen! Und alle waren interessiert und so lieb. Es war wirklich schön mit so vielen zu reden und ich liebte es einfach!

Um den Blog noch schnell abzuschliessen, wir können seeehr stolz auf die Schweiz sein. Jedesmal wenn sie mich fragen von wo ich bin und ich mit Schweiz antworte, waren sie etwa so:
"WOOOOOW SWITZERLAND?!? WOW WOW WOW", "beautiful country!!", "ahhh Switzerland, the country with the banks and the money - all of you are rich", "ohh so much snow!!" oder sie verwechselten es ganz einfach mit Schweden. Und dies regte mich mit der Zeit ein wenig auf, weil es doch zwei total verschiedene Länder sind!!!!! Aber ich bin es mir jetzt eigentlich gewöhnt. Sie finden Schnee faszinierend! Manche fragen mich ob ich viel Schnee sehe, wo ich wohne oder ob wir viel Skifahren etc. Ich finde dass immer so süss, weil sie immer so strahlen, wenn ich über Schneefall und Lawinen erzähle.
Was umgekehrt lustig war, als wir diese Tage durch den australian bush gefahren sind, bewunderte ich immer wieder die Landschaft und sagte: "Gooooosh this is amazing all this bush!" und die anderen würden mich nur komisch anschauen und sich fragen ob ich das Ernst meinte und dass das total langweilig ist. Ich erklärte ihnen dann, dass es in der Schweiz entweder grün oder weiss vom Schnee ist.
Ausserdem muss ich zugeben, dass ich merke, dass ich Probleme mit meinem Deutsch bekomme und ich es auch merke, wenn ich mit meinen Eltern oder Freunden skype. Aber ich habe auch in den drei Tagen mit zwei sehr netten Schweizern gesprochen und merkte sofort, dass ich alles auf Englisch sagen wollte und auf Englisch denke und träume. Es ist wirklich sehr spannend zu beobachten.
Der eine Schweizer, aus Lugano,  ist mit einer Australierin verheiratet und wohnt seit sehr vielen Jahren hier. Sie leben beide in Cairns und beherbergten in den vergangenen Jahren einige Austauschschüler. Sie wohnen direkt am wunderschönen Kewarra Beach und wir tauschten Handynummern, weil sie mich für ein Wochenende zu sich einladen werden.

Ich will einfach noch schnell loswerden, dass ich unglaublich stolz auf mich bin!
Ich bin nicht extrem sportlich (seit ich hier bin ist es jedoch besser!), aber trotzdem braucht man gewisses Training etc. und wir Austauschschüler hatten dies alle nicht. Wir haben etwas geleistet und zur gleichen Zeit Geld für einen super Zweck gesammelt, was ich niemals von mir erwartet hätte. Zeigen und beweisen wollte ich es vor allem denen, die nicht an mich geglaubt hatten und an mir gezweifelt haben.
Und ich habe das Gefühl, nach dieser Erfahrung werde ich mich sehr viel mehr pushen können und weiss auch, wenn ich es wirklich will, dass ich es schaffen kann! Auch wenn es lange dauert und in diesem Challenge hier, ich in der letzten Gruppe war. Aber das macht mir überhaupt nichts aus, denn wenigstens versuchte ich mein Bestes, trampelte und kam gesund am Ziel an.


Am Morgen davor

Anthony (Frankreich)

Célia und ich nach dem 1. Tag


Support Vehicle

Angekommen in Cooktown!!

Gruppenfoto: Anthony (Frankreich), Maude (Belgien), John (3. host dad), Célia (Belgien) und ich



Cooktown




Black Mountain


Exchange students


Aussicht nach Desailly Range

Local newspaper









Donnerstag, 10. September 2015

Busy, busy, busy

Hoooi zäme :) nun bin ich morgen schon seit sieben Wochen hier.
 
Vor drei Wochen fuhr ich nach Cairns und schlief vom Samstag auf den Sonntag bei den belgischen Austauschschülerinnen (wohnen beide im selben Haushalt).
Ich freute mich mega sie wieder zu sehn, aber auch auf das Shoppen.
Es gab nur ein „Problem“. Meine host parents waren zu einer Geburtstagsparty eingeladen und konnten mich deshalb nicht in die Stadt fahren. So blieb mir nur mit dem Bus fahren übrig. Nun, über das Busfahren hier hatte ich einiges gehört. Von meinen Schulfreunden, Lehrer, auch meiner Counsellorin usw. Sie erzählten mir alle, dass es im Bus furchtbar stinke, die Fahrt sehr unangenehm sei und „komische“ Leute einsteigen würden. Hier in Australien lernt man mit 16 Jahren Autofahren und sozusagen JEDER benötigt ein Auto, weil hier der öffentliche Verkehr ziemlich schlecht aufgestellt ist. Darum bleiben am Schluss nur noch die Leute übrig, die arm sind oder nicht Autofahren können. Die Fahrt ist ausserdem endlos!
Mit dem Auto braucht man ca. 1 – ½ h und mit dem Bus ca. 2 ¼, dies ist so, weil er überall anhalten muss.
Also bereitete ich mich seelisch auf die Busfahrt vor und hatte richtig Angst.
Ich wollte jedoch trotzdem nach Cairns und es gab keine andere Wahl für mich (ausser natürlich mit meinen Schulfreunden, die schon Autofahren können, fahren – jedoch würde ich ja dann gegen die Rotary Regeln verstossen hehe).

Am Samstag Morgen ging ich also auf den Bus um 9.00 Uhr und sah plötzlich, dass die norwegische Austauschschülerin aus meiner Schule auch in den Bus einsteigt!! Ich war überglücklich und so erleichtert nicht alle reisen zu müssen!! Ich hatte nie zuvor mit ihr geredet, weil sie in der Schule immer mit einer anderen Gruppe zu Mittag ass, aber ich verstand mich auf Anhieb sehr gut mit ihr und so ging die Busfahrt relativ schnell und problemlos vorbei. Wie ich schon in meinem vorherigen Blog erwähnt habe, besitzen wir hier sehr viele Austauschschüler aus Japan, die aber nur für ca. 8-10 Tage zu Besuch kommen.
Elisabeth, die Norwegerin, hatte bei ihr zu Hause auch schon zwei Japanerinnen und so musste sie die beiden mitnehmen, weil ihre Gast-Eltern nicht zu Hause waren.
Ich versuchte wirklich ein Gespräch mit den beiden Japanerinnen anzufangen, doch keine Chance.
Sie können ihren Namen, ihr Alter und Wohnort sagen – mehr nicht! Sonst nicken sie mit einem starren Blick und man kapiert sofort, dass sie keine Ahnung haben, um was es geht.
Wie dem auch sei, die Busfahrt war überhaupt nicht schlimm, es war allen Unkenrufen zum Trotz sauber und alles in der Ordnung.
In Cairns Central (Shoppingcenter) angekommen, erklärten wir den Japanerinnen, dass sie jetzt ein paar Stunden machen können was sie wollen und Elisabeth würde sich dann wieder mit ihnen treffen.
Ich traff mich mit Célia und Maude, den Rotary Austauschschülerinnen aus Belgien und wir gingen ca. für 2h shoppen. Ich vergass total wie es ist wieder neue Sachen zu kaufen und es war einfach wunderbar. Als wir dann hungrig wurden, liefen wir der Esplanada entlang am Meer und assen in der "Lagoon".
Dort gibt es eine Art Schwimmbad, weil man im Meer nicht schwimmen kann und jeder kann dort gratis schwimmen gehen. Nach dem Mittagessen liefen wir noch ein wenig in der Stadt herum, genossen ein Glace und gingen zu verschiedenen Tourist Centers, wo wir uns mit ganz vielen Broschüren eindeckten und uns beraten liessen, was wir so im ganzen Jahr machen können.
Der host dad holte uns dann schliesslich mit dem Auto ab und wir fuhren zu ihnen nach Hause. Wir sprachen über die Unterschiede zwischen Cairns (wo sie wohnen) und Atherton (wo ich wohne). Cairns ist um etwa 5 Grad heisser und im Sommer 100x unangenehmer. Die Hitze und die Feuchtigkeit seien unerträglich und den ganzen Tag wechselt man von einem gekühlten Gebäude zu einem gekühlten Auto usw.
Atherton ist auch heiss aber viel angenehmer als Cairns, weil wir höher liegen. Die zwei belgischen Mädchen meinten, die Tablelands (Atherton) seien viel, viel schöner! Cairns ist einfach riesig, wo hingegen Atherton viel kleiner und gemütlicher ist. Wir haben viel mehr grüne Natur und Regenwald.
Auf jeden Fall ist die host family nett (die Mutter ist zwar ein wenig komisch) und das Abendessen war bei ihnen fein. Sie nahmen uns am nächsten Tag mit nach Port Douglas. Port Douglas ist eine kleine aber recht populäre Stadt mit dem fantastischen Four Mile Beach. EINFACH ATEMBERAUBEND! Es ist eine wirklich kleine Stadt und lebt hauptsächlich vom Tourismus zum nahe gelegenen Great Barrier Reef.
Wir 3 Mädchen gingen zuerst sofort zum Strand!! Der Strand war eigentlich recht leer, weil das Wasser ja für die Australier so „kalt“ ist (es war ganz angenehm).
Wir gingen also ein wenig schwimmen und schliefen dann etwa für eine halbe Stunde am Strand, weil wir einfach so müde waren. Später genosse wir ein Picknick mit den host parents und sahen uns dann den Dorf-Markt an. Schliesslich fuhren wir wieder nach Hause nach Cairns und schliefen im Auto. Es regnete richtig fest (tropischer Regen) auf der Heimfahrt. Als wir ausstiegen, konnte ich zum ersten Mal die Feuchtigkeit hier in den Tropen spüren. Es fühlte sich sehr eklig an, die Haare klebten an meinem Gesicht etc.
Ich fuhr dann wieder nach Hause mit dem Bus und es dauerte etwas länger, weil es auf dem Weg zwei Unfälle gab. Ich war sehr froh, als ich endlich ankam und mich meine host mum von der Haltestelle abholte.

In zwei Tagen werde ich bei der Cardiac Challenge mitmachen.
Dies ist eine echte Herausforderung für Jung und Alt und Rotary ist Teil der Sponsoren.
Wir werden vom 19. – 21. September, also 3 Tage, 330 km von Cairns bis nach Cooktown Velofahren. Die Challenge besteht darin Geld für Spitäler in Queensland zu sammeln und für die Herz Forschung.
Die 2 belgischen Austauschschüler und der französische Austauschschüler machen auch mit! Ich muss sagen, es wird eine richtige Challenge! Denn es wird richtig heiss und feucht werden, wir fahren 100 km pro Tag und campen. Ich werde sehr wahrscheinlich danach für 2 Wochen nicht mehr sitzen können, aber das ist ok. Es wird auch hier wieder eine super Erfahrung für mich sein.
Jeder Velofahrer besitzt ein Support Fahrer, bei mir ist es mein 3. host dad, der die ganze Strecke lang mitfährt (sein Sohn kommt auch mit) und mich mitnimmt (und mein Velo) sofern ich nicht mehr weiterfahren kann.
Ich freue mich sehr, aber weiss auch dass es sehr, sehr anstrengend wird. Aus diesem Grund habe ich das Gym bis zur Challenge aufgegeben und fahre jetzt jeden Tag mit dem Velo zur Schule. ZWAR dauert es nur 5 min für die Hinfahrt, doch die Rückfahrt ist schlimm. Es gibt 2 grosse Hügel, die ich beide hinauf trampeln muss. Auf jeden Fall, muss ich jetzt jeden Tag mind. 30 min Velofahren gehen. Sie gaben uns einen Plan, um sich vorzubereiten und der besteht aus 8 Wochen. Ich hab dann schnell gemerkt, dass ich weniger als die Hälfte Zeit besitze. Und muss aus diesem Grund wirklich immer fahren und trainieren.
Ich würde mich super fest freuen auf eure Unterstützung als Sponsor freuen!!
Link: https://www.cardiacchallenge.com.au/champion/Cardiac-Challenge-2015/RachelFuglister

Meine Präsentation bei meinem Rotary Club in Atherton hatte ich am letzten Dienstag und es verlief super. Alle waren sehr, sehr begeistert von der Schweiz und meinem Leben dort!
Ich überreichte ihnen auch die Flagge von meinem Sponsor Club Wettingen. Leider muss ich zugeben, dass ich ein wenig Heimweh dabei spürte. Ich musste all die Fotos raussuchen und wollte sie am liebsten wieder versorgen. Wie auch immer, denke ich dass ich bis jetzt mich sehr gut durchgeschlagen habe. Ich erinnere mich als mein Vater mir in den letzten Ferien gesagt hat, dass ich mich durch die ersten drei Monate durchbeissen muss, egal was passiert oder wie schlimm es ist. Im ersten Monat fand ich es dass überhaupt nicht schlimm, aber mit der Zeit verstehe ich schon was er meinte. Ich bin so dankbar für alles hier und weiss, dass ein Austauschjahr nicht selbstverständlich ist. Doch manchmal wäre ich doch lieber zu Hause. Trotz allem besitze ich eine super host family und sie schauen sehr gut auf mich.

Vorletzten Samstag konnte ich nach einer Ewigkeit endlich wieder ausschlafen –yipppieee!! Die Leute die mich gut kennen, wissen wie sehr ich ausschlafen, oder allgemein schlafen, liebe! Am Wochenende ist es für mich normal bis um 11 Uhr auszuschlafen. Hier hatte ich jedoch kaum Zeit, weil ich immer etwas vor hatte.
Ich machte also meiner host mum klar, dass ich ganz sicher ausschlafen werde. Das Problem hier ist halt einfach: kein Australier (bis jetzt), denn ich kenne, besitzt Rollläden. Das ist hier so untypisch. Ich finde das so schockierend!
Ich jammerte auch mit den italienischen Austauschschülern und sie finden es auch sehr schlimm. Das einzige was sie hier haben sind helle Vorhänge. Und wegen dem stehe ich immer so gegen 9 Uhr auf. Also suchte ich meine Augenbinde vom Flieger und schlafe jetzt immer mit diesen, dass ich wenigstens bis 10 Uhr ausschlafen kann. Ich hatte auch schon den Gedanken, dunkle Tücher vor den Fenstern aufzuhängen, habe aber leider noch nichts passendes gefunden.
Am Nachmittag gingen wir dann auf den schönen Lake Barrine. Es gab dort ein Fundraising für die Community und seeeeeehr viel Essen! Zuerst kleine Snacks und dann das Dessert Buffet, mir war richtig schlecht. Lemington ist eine australische Spezialität und mein absolutes Lieblingsdessert!
Bei einem bestimmten Dessert bemerkte ich, wie kleine Schweizer Flaggen drinsteckten. Es kam dann raus, dass es hier einen Schweizer gibt (ja das gibt es hier) und er heisst Sepp und besitzt eine australische Ehefrau. Ich redete recht lange mit ihm und er sagte mir (wie die restlichen Australier auch), dass ich mich nicht auf den Sommer freuen soll. Es wird HEISS UND FEUCHT. Er erzählte mir auch wie sehr er das Skifahren vermisst. Zu dem muss ich sagen, dass ich zwar hier nicht Skifahren im Schnee kann sondern Skifahren im Wasser -> Waterski. Mehrere Freunde haben mir angeboten im Sommer mit ihnen mitzukommen und ich muss jetzt schon anfangen lachen, das wird lustig.
Wir gingen also für ca. 2h auf die Bootsfahrt rund um den See und hielten nach Schlangen Ausschau. Anscheinend würden die sich nachmittags immer sonnen, doch leider sahen wir keine. Später am Abend gingen wir dann zu den Tableland Fashionshow. Sie präsentierten Kleider aus der Umgebung mit Models aus Atherton.
Am Sonntag ging ich früh morgens segeln. Der Morgen war leider richtig schlecht, weil es 0 Wind gab. Wir fuhren raus und mussten sehr, sehr geduldig sein. Schliesslich gaben wir um 12 Uhr auf und gingen Hamburgers essen.
Am Nachmittag veranstalteten wir wieder club racings und es war plötzlich seeehr windig. Ich segelte also mit Kristen team sailing und es war supeeeeeeer!! Sie ist leider jetzt sehr beschäftigt, weil sie für die Weltmeisterschaften im Dezember üben muss. Trotzdem lerne ich jedes Mal sehr viel von ihr.

Jedes Jahr gibt es ein sogenanntes Maize Festival mit ganz vielen Lastwagen, die man von Sponsoren bekommt, Essen und Musik. Dazu krönt man die Maize Queen. Dieses Jahr war das Motto „Wild West“. Meine Freundin lud mich also ein auf ihren Lastwagen zu kommen und von denen gibt es ca. 10. Die ganze Stadt war da, wir tanzten, sangen und hatten es sehr, sehr lustig. Dazu warfen wir Lollis und Süssigkeiten zu den Kinder oder Lehrer. (Fotos sind unten)

Am letzten Wochenende war ich mit der Familie Wadley, die die mich immer zum Segeln mitnehmen, in Mission Beach. Supeeer schöner Strand und nicht mal zwei Stunden von Atherton entfernt. Sie besitzen dort ein Strandhaus und ich bin sehr dankbar, dass sie mich eingeladen haben. Ihr Strandhaus gehört der ganzen Verwandtschaft und ist RIESIG! Ich übertreibe überhaupt nicht. Eine 10-köpfige Familie hätte dort bequem Platz. Am Samstag gingen Kristen und ich ein wenig paddeln im See und das Meer war super schön. Roger, der Vater, nahm am Sonntagmorgen ( 7.30 Uhr) an einem Triathlon teil. Dieser Triathlon bestand darin, 4 km Paddeln, 2 km Rennen, 4km zurückpaddeln, 24 km Velofahren und 4 km Rennen. Und das alles hintereinander. Er war nachher ca. zwei Stunden nicht mehr ansprechbar.
Es fing also an, dass sie vom Strand her zu einer Insel, die 4 km entfernt war, zu paddeln, dort gab es ein Berg: also dort alles hochrennen, schliesslich wieder zurückpaddeln, Velofahren und rennen. Es war über 30 Grad und er ergatterte den zweiten Platz! Wir waren alle sehr stolz auf ihn! Schliesslich fuhren wir spät am Nachmittag wieder nach Hause.

Diese Woche ist die letzte Schulwoche vor den Frühlingsferien. In den zwei Wochen werde ich die ersten drei Tage nach Cooktown fahren und dann während der ersten Woche kommen die belgischen Austauschschülerinnen für ein paar Tage zu mir! Ich freue mich jetzt schon seeehr! Wir werden jeden Tag etwas besuchen und meine host mum hat uns offeriert, uns überall wo wir wollen hinzufahren. Auf der Liste steht ganz klar schnorkeln am Great Barrier Reef!!
In der zweiten Woche werde ich sehr wahrscheinlich mit meinen Schulfreunden diverse Sachen unternehmen.

Meinen Flug für die Sommerferien habe ich auch schon gebucht! Am 15. Dezember fliege ich mit meiner zweiten host family zur Gold Coast! Sie gehört zu den schönsten Stränden in Australien. Dort muss ich meiner host sister ganz viel Deutsch beibringen, denn sie wird im Januar für ein Jahr in die Schweiz kommen.

Ansonsten ist die Schule ziemlich stressig, wir haben sehr viele Assignments (Projekte, Essays etc.) und Exams. Heute in der Aerospace Stunde behauptete ein deutscher Austauschschüler (er ist ein wenig komisch), dass die Schokoladenmarke „Lindt“ aus Deutschland kommt und wollte mit mir auf 20 Dollars wetten. Ich hatte irgendwie drei Gefühle auf einmal. Ich musste so lachen, war richtig schockiert und war mir überhaupt nicht sicher, ob er das jetzt Ernst meint. Ich bot ihm an auf 100 Dollars zu wetten, dass Lindt aus der Schweiz kommt, er wurde jedoch ein wenig „unsicher“ und ging auf Wikipedia. Als dann schnell klar wurde, dass er total unrecht hatte, gestand er mir, dass er seinen host parents Lindt Schokolade als Souvenir aus Deutschland mitbrachte – ich konnte es nicht fassen.
Letzte Woche bekam ich in Aerospace (Luft- und Raumfahrt) ein A (höchste Note). Da war ich schon ein wenig stolz auf mich hehe. Eine Präsentation über den Nahostkonflikt in Modern History muss ich morgen absolvieren und nächste Woche stehen einen Mathetest und nochmals ein grosser Aerospacetest vor mir.
In Aerospace lernten wir im Moment alles über Meteorologie (lernte ich in der Schweiz schon dieses Jahr), Maschinen und Motoren von einem Flugzeug. Der ganze Stoff ist recht anspruchsvoll für mich, trotzdem interessiert es mich brennend. Als Prüfung musste ich einen Businessplan für jemand, der eine private Firma mit Kleinflugzeugen betreiben will, erstellen.
Seit ich hier bin, interessiere ich mich immer mehr für den Beruf Pilotin und kann mir zu 90% vorstellen, später in diese Richtung zu arbeiten. Es ist hier das einzige Fach für dass ich „freiwillig“ und viel lerne und mir extrem Freude bereitet.

Am kommenden Wochenende steht eine Hochzeit vor der Tür. Enge Freunde meiner host parents heiraten in einem wunderschönen Hotel in Cairns.
Meine host mum wurde gebeten die Hochzeitstorte zu backen und darum durfte ich sozusagen jeden Tag verschiedene Muffins und Torten kosten. Anschliessend meine Meinung dazu geben. Aus diesem Grund ist sie super beschäftigt.
Morgen Abend sehe ich also zu ersten Mal meine host sister, weil sie bis jetzt in Brisbane an der Universität war. Ich freue mich sehr auf sie!!

Ein Relax Wochenende ist bis jetzt leider noch nicht in Sicht, aber lieber so, als sich zu Hause langweilen. Für die, die es interessiert: Ich fing am vergangenen Samstag an die Harry Potter Bücherreihe wieder zu lesen, nur dieses Mal auf Englisch!!

Ich hoffe dass ich euch wieder ein weiteres Stück aus meinem Leben hier näher bringen konnte und würde mich riesig über Kommentare oder ein Feedback freuen!! :)

Seee ya

Rachel